Pressemitteilung 19.09.2017

12.12.2011 Pressemitteilung der BI "Stoppt diese Landesgartenschau"

Am Samstag fand die letzte Aktion der Bürgerinitiative "Stoppt diese Landesgartenschau" (LaGa) statt, die wenige Tage vorher auf der Vollversammlung von etwa 50 Anwesenden beschlossen worden war. Als Sprecherin der BI war die Lehrerin Martina Lennartz bestimmt worden. Es wurde festgestellt, dass die BI unabhängig von Parteien oder Bündnissen handelt und jeder, der - gleich aus welchen Gründen - die LaGa in der geplanten Form ablehnt, willkommen ist. Auch an der zweiten Begehung der Wieseckaue am 10. Dezember nahmen wieder etwa 50 Menschen teil; Dipl Bio. Dietmar Jürgens erklärte den etwa 50 Anwesenden, dass in diesem Park insgesamt 120 Vogelarten, davon 52 als Brutvögel (seit 1999 nachgewiesen) leben. Einige der Arten stehen auf der Roten Liste und sind somit vom Aussterben bedroht: Graureiher, Nachtigall, Teichrohrsänger, Kuckuck, Pirol, Gartenrotschwanz, Mittelspecht und Wasserralle. Dazu kommen noch Teichhuhn, Stockente und Rohrammer auf der Vorwarnliste, da stark rückläufige Bestände vorliegen. Weiterhin ist der Park Lebensraum von seltenen Wildbienen. Auch der spindelfüßige Egerling (eine Champignonart) ist erstmalig am Schwanenteich für Hessen nachgewiesen. Verantwortungslos ist, dass die Stadt bisher keinerlei Erhebung zum Vorkommen relevanter Tier- und Pflanzengruppen im Vorfeld der LaGa durchgeführt hat, sondern jetzt schon einfach eine massive Rodung des Ufergehölzes durchgeführt hat, wodurch u.a. das Teichhuhn sämtliche Brutplätze und Plätze für die Winterruhe verloren hat. Auch sollen z.B. über 300 - oftmals recht alte und gesunde - Bäume gefällt werden, ein ökologischer Frevel an dem Gießener Naherholungsgebiet und auch aus naturschutzrechtlicher und -fachlicher Sicht eine fragwürdige Maßnahme. Diese Baumfällungen sollen vielleicht sogar noch vor Weihnachten stattfinden. Um das Vorgehen zu stoppen, wurden ab 14.00 Uhr bei den Schwätzern Unterschriften gesammelt. Dass zwei geringfügig unterschiedlich Listen vorhanden waren, war dem Zeitdruck geschuldet, störte jedoch niemand. Die Resonanz war sehr positiv und oft mit Zustimmung verbunden, dass endlich gehandelt wird, aber auch mit Skepsis, dass die "da oben" doch machen, was sie wollen. Insgesamt wurden in nur einer guten Stunde knapp 200 Unterschriften gesammelt. In erster Linie war den Menschen die geplante Fällung der über 300 Bäume ein Anliegen, aber auch die Kosten der LaGa, die die bereits jetzt hoch verschuldete Stadt aufzubringen hat, wurden genannt. Trotz Weihnachtseinkauf und entsprechender Hektik fanden viele Besucher der Innenstadt einschließlich Marktplatz Zeit für ein Gespräch. Immer wieder tauchte die Frage auf: Wie können die (gemeint ist die Stadtregierung und vor allem Frau Weigel-Greilich) nur so etwas tun? Einige der von uns Angesprochenen wollten aus unterschiedlichen Gründen nicht unterschreiben. Angst vor einem Kaufvertrag, Befürchtung, dass ihr Name von der Stadt registriert würde und sie Unannehmlichkeiten bekämen. Doch es werden immer mehr, die die LaGa ablehnen oder in einzelnen Punkten kritisieren. Das macht uns Mut und wir werden weitermachen. Wir werden weiterhin Unterschriften sammeln und uns auch am Dienstag, den 13.12.2011 um 16 Uhr, an den drei Schwätzern treffen, wo wir auch für Fragen gerne zur Verfügung stehen. Am Donnerstag beginnt um 18.00 die Stadtverordnetensitzung, auf der die Unterschriften übergeben werden sollen. Gleichzeitig wird wieder ab 17.30 Uhr eine Protestkundgebung vor dem Rathaus stattfinden, zu welcher wir aufrufen!. Wir erwarten, dass die Anträge der Fraktionen Linkes Bündnis/Bürgerliste und Fraktion Die Linke zur Sprache kommen.

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