1000 Stimmen gegen Berufsverbote

Die Berufsverbote, die der Europäische Gerichtshof 1995 für menschenrechtswidrig erklärte, sind wieder aktuell! Seit 2003 gibt es in der Bundesrepublik wieder einen vom Berufsverbot betroffenen Lehrer. Michael Csaszkóczy darf in Baden-Württemberg nicht Realschullehrer werden. Und nun wurde auch in Hessen für ihn ein Berufsverbot ausgesprochen, wo er an einer Heppenheimer Schule vom Kollegium ausgewählt worden war (vgl. Gießener Echo Nr. 3/2004, 12/2004, 9/2005). Vorgeworfen wird ihm, der seit 10 Jahren vom Verfassungsschutz bespitzelt wurde, sein Engagement in der antifaschistischen und Friedensbewegung. Zur Zeit liegt das Verfahren beim Verwaltungsgericht in Karlsruhe. - Das Solidaritätskomitee gegen Berufsverbote hat nun eine Kampagne gestartet: 1000 Stimmen gegen Berufsverbote.

Wir protestieren gegen die Wiederbelebung der antidemokratischen deutschen Berufsverbotspraxis durch die Bundesländer Hessen und Baden-Württemberg. Berufsverbote verstoßen gegen die Menschenrechte und schaffen ein Klima der politischen Einschüchterung. Wir fordern die sofortige Rehabilitierung des Lehrers Michael Csaszkóczy, dem seit dem Jahr 2003 wegen seines Engagements gegen Krieg und Faschismus die Ausübung seines Berufs verwehrt wird. (Aufruf)

Erstunterzeichner: Konstantin Wecker, Liedermacher, Claudia Roth, Bundesvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen, Udo Lindenberg, Musiker, Sarah Wagenknecht, Mitglied des Europaparlaments, Franz Josef Degenhardt, Liedermacher, Tobias Pflüger, Mitglied des Europaparlaments, Peter Gingold, Widerstandskämpfer, Überlebender des Holocaust, Dr. Rolf Gössner, Präsident der Internationalen Liga für Menschenrechte.

Nähere Infos: www.gegen-berufsverbote.de, Seite "1000 Stimmen" Unterschriften (Name, Alter, Beruf/Funktion) an: stimmen(AT)gegen-berufsverbote.de.


Zurück zum Inhaltverzeichnis vom Gießener Echo Januar 2006.